Værøy wurde zu einer der schönsten Inseln der Welt gekürt und ist nur gut eine Stunde mit der Fähre entfernt. Willst du noch weiter hinaus? Røst wartet — eine flache, kleine Fischerinsel mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Im Sommer lassen sich beide problemlos an einem einzigen Tag erleben, und mit den Fahrrädern, die bei der Hütte zur Verfügung stehen, ist es nur eine kurze Fahrt hinunter zum Fähranleger in Moskenes.
Røst — eine kleine Gemeinde weit draußen im Meer
Røst lässt sich in wenigen Minuten mit dem Fahrrad durchqueren, aber zu entdecken, wie lebendig diese winzige Gemeinde mitten im offenen Meer ist, ist ein ganz eigenes Erlebnis. Wir nahmen an einer RIB-Tour vom Røst Bryggehotell teil, einer guten Stunde, in der der Guide Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart zum Besten gab.

Einer der Stopps war die Forschungsstation, die jeden Sommer die Seevogelpopulation untersucht, an einem einst wimmelnden Vogelfelsen, der heute größtenteils still ist. Die Veränderungen sind deutlich, aber es gibt immer noch Orte, an denen das Vogelleben in voller Stärke weiterlebt.

Schiffbruch und ein überlebender Adliger
Auf dem Weg an Sandøya vorbei hörten wir die Geschichte von Pietro Querini, einem venezianischen Adligen, der sich 1431 auf eine Handelsreise von Zypern nach Flandern begab. Das Schiff erlitt Schiffbruch, und nach mehreren Monaten auf offener See strandete die Mannschaft schließlich auf Sandøya vor Røst. Querini konnte lesen und schreiben und hinterließ eine der ältesten schriftlichen Schilderungen des Lebens auf den Lofoten — in der beschrieben wird, wie sich die einheimische Bevölkerung um die Schiffbrüchigen kümmerte, bis sie wieder stark genug für die Heimreise waren. Sein Andenken lebt bis heute weiter, unter anderem durch ein Restaurant und ein jährliches Festival auf Røst.
Der Leuchtturm Skumvær wird ebenfalls besucht, wenn es das Wetter zulässt. Der Leuchtturm liegt völlig ungeschützt dem Meer ausgesetzt und wurde in den letzten Jahren nach vielen harten Jahren mit Wind und Wetter restauriert.
Værøy — Berge, Vögel und eine der schönsten Aussichten der Lofoten
Auf Værøy ist die Fischereiindustrie deutlich in der Landschaft präsent, aber die grandiose und abwechslungsreiche Natur macht das mehr als wett. Ein Bergrücken teilt die Insel in zwei Hälften und bietet auf beiden Seiten schöne Wandermöglichkeiten.

Wir entschieden uns für die Wanderung zum Håen, 438 Meter über dem Meeresspiegel. Ein Teil des Aufstiegs lässt sich tatsächlich auf einer asphaltierten Straße bis zur alten Radarstation hinauf fahren oder radeln, aber wir gingen den Pfad, der steil den Hang hinaufsteigt, bevor er sich entlang des Bergrückens abflacht — mit Aussicht sowohl über das Meer im Norden als auch hinunter zur Siedlung auf der Südseite der Insel.

Wenn man schließlich die Gebäude oben an der Radarstation umrundet, öffnet sich die Aussicht in ihrer vollen Pracht: ein fast schwindelerregender Abhang hinunter zum Strand, und ein Farbenspiel im Meer, das wir kaum für echt halten konnten.
Sørlandshagen — Steine, die die Zeit erzählen
Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Sørlandshagen, einem Rundsteinstrand, den es sich lohnt zu besuchen. Die Steine hier wurden über Jahrtausende glatt geschliffen, und es ist fast meditativ, zwischen ihnen zu gehen und die glatten, sonnenwarmen Oberflächen zu spüren.

Ein Tagesausflug nach Værøy oder Røst ist ein völlig anderes Erlebnis als der Rest der Lofoten — wetterharte Inseln mit einer ganz eigenen Ruhe, reichem Vogelleben, dramatischer Geschichte und einer Natur, die den Ausflug mehr als lohnenswert macht. Von der Hütte aus ist es einfacher, hierher zu kommen, als man denkt.

